Noch nicht lange ist es her, da war die Tinte noch Tinte und gedrucktes, wie zum Beispiel ein Buch, noch gedruckt. Dann kam das plattformunabhängige PDF-Format von Adobe und plötzlich konnte man Dokumente auf jeder Art von Betriebssystem im identischen Layout anschauen und lesen.
Natürlich dauerte es nicht lange und die Industrie versuchte das Papier zu ersetzen bzw. einen adäquaten elektronischen Ersatz dafür zu finden. Das Ergebnis was ePaper (gesprochen iihh-Päeper) und eInk (elektronische Tinte) (gesprochen iihh-Inck).
Was unterscheidet nun ePaper von einem “normalen” Monitor und was unterscheidet eInk von “normalen” Pixeln?
Zunächst einmal sind ePaper und eInk untrennbar miteinander verbunden. eInk ohne ePaper gibt es nicht.
Die wichtigsten Argumente für ePaper und eInk sind:
1. eInk, also elektronische Tinte, ist nicht pixelbasiert und ergibt deshalb ein deutlich besser lesbares Schriftbild.
2. eInk ist auch bei direktem Sonnenlicht gut lesbar
3. ePaper hält seinen Status. Schaltet man einen normalen Monitor ab, trennt ihn also vom Stromnetz, geht das Bild darauf verloren. Bei ePaper ist das nicht so. Dadurch, das bei ePaper elektronische Tinte polarisiert wird, hält diese auch den Zustand, wenn der Strom gekappt wird. Das Ergebnis ist eine Technologie, die nur bei einem Bildwechsel (zum Beispiel beim Umblättern eines eBooks) Strom verbraucht und damit deutlich Stromsparender ist, als Beispielsweise ein iPad. Der Akku hält also erheblich länger.
Warum ich soviel über ePaper und eInk schreibe? Ganz einfach: ich möchte Ihnen den Amazon Kindle näher bringen und dieser eBook-Reader basiert auf eben dieser Technologie.
Ich als iPad-Besitzer war zunächst skeptisch, ob ich wirklich einen eBook-Reader benötigen würde. Ich lese gerne und viel und vor allem schreibe ich als Autor Bücher, die für den Amazon Kindle erhältlich sind. Amazon Kindle ist mehr als ein eBook Reader. Amazon Kindle ist ein sog. Eco-System. Also ein geschlossenes System, dessen Torwächter Amazon ist. Das Eco-System besteht auf der einen Seite aus den Amazon Kindle eBook-Readern (der Hardware) und auf der anderen Seite aus dem Amazon Kindle Shop (eingebettet in den Amazon-Shop) und natürlich die Bücher im Kindle-Format.
Über den Shop gibt es nicht viel zu sagen, außer das er sowohl auf dem Kindle selbst, also auch auf jedem PC oder Mac im Browser verfügbar ist. Über den persönlichen Amazon Account werden Buchkäufe auf alle anderen Geräte repliziert. Kaufe ich also zum Beispiel ein Buch auf dem Kindle und verwende parallel dazu die kostenlose Kindle-Software auf meinem Windows-PC, so steht das Buch innerhalb von Sekunden auch dort im virtuellen Bücherregal. Ohne Aufpreis!
Bevor ich es vergesse. Zum Lesen der Bücher aus dem Amazon Kindle-Shop benötigt man kein Kindle-Hardware. Es reicht auch die kostenlose Kindle-Software, die es für Windows, Mac-OS, Android, iOS (iPhone und iPad) etc. gibt. Die Downloads finden Sie übrigens hier.
Kommen wir zu den Kindle-Büchern. Bücher im Kindle-Format haben keine feste Seitenstruktur. Das heißt, es gibt nicht Seite 1, 2, 3 etc., sondern einen Lesefortschritt. Dieser basiert auf der Menge des bereits gelesenen Textes als Anteil am Gesamtbuch. Warum das so ist, wird schnell klar, wenn man sich die Amazon Kindle-Hardware anschaut. Dort kann man nämlich die Schriftgröße variieren, was dazu führt, das jeweils unterschiedlich viel Text auf einer Seite angezeigt wird. Das Einstellen der Schriftgröße ist vor allem für alle jene interessant, die zum Beispiel kleingedruckten Text in Büchern nur schwer lesen können. Mit der Kindle-Hardware kann man selbst entscheiden, wie groß die Schrift sein soll.
Die Kindle-Hardware (also der eBook-Reader), den ich im folgenden nur noch Kindle nennen werde, ist ein sehr kompaktes und leichtes Gerät, dass es in zwei Varianten gibt: mit und ohne 3G. 3G ist der derzeitige Standard für die Übertragung von Daten via Mobilfunknetz und wird nur dann gebraucht, wenn kein WLAN bzw. Wifi in der Nähe ist.
Ich besitze den Kindle in der einfachen Version ohne 3G, denn sobald ich zuhause bin kann ich sowohl über WLAN, als auch über USB Bücher auf das Gerät laden. Eine permanente Datenverbindung, wie ich Sie etwa für mein iPad habe, benötige ich für den Kindle nicht.
Der Kindle hat ein 15 cm (6 Zoll) Display mit eInk- und ePaper-Technolgie und wird in einer kleine Recyclingverpackung mit einem Handbuch und einem USB-Kabel geliefert. Den optionalen Netzadapter braucht man nur, wenn kein PC in der Nähe ist. Ansonsten lädt der Akku des Kindle auch perfekt über den PC oder Mac.
Das Display ist Reflexionsfrei, spiegelt also nicht und eignet sich damit auch perfekt für den Strand oder das Lesen im Freien. Texte auf dem Kindle lesen sich dank ePaper und eInk wie auf echtem Papier. Der Akku hält dank der Stromsparenden Technologie bis zu 2 Monate und das Gerät bietet Platz für bis zu 3.500 Bücher. Schleppen Sie die mal gedruckt in einer Tasche mit sich herum ;-) Der Kindle wiegt 241g (ja, wirklich!) und kann neben den Kindle-Büchern auch PDF-Dokumente wiedergeben. Diese dann allerdings wieder seitenbasiert, so das eine Vergrößerung der Schrift nur durch eine Ausschnittsvergrößerung der Seite möglich ist.
Die Übertragung eines gekauften Buches dauert im Schnitt 60 Sekunden. Bücher, PDF-Dokumente und auch MP3s können aber auch direkt per USB auf den Kindle überspielt werden. Dazu ist dann kein WLAN und kein 3G nötig.
Von jedem Kindle-Buch gibt es eine kostenlose Leseprobe, so dass man nie mehr die Katze im Sack kauft.
Den Kindle gibt es derzeit nur mit englischen Menüs. Das sollte jedoch niemanden abschrecken, denn die Menüs sind im Handbuch übersetzt (das unter anderem auch in Deutsch in gedruckter Form beiliegt). Da es nur wenige Menüs gibt, ist diese Hürde innerhalb von wenigen Minuten genommen.
Das wichtigste ist aber: es macht einfach Spaß auf dem Kindle zu lesen. Das Gerät ist so leicht, dass man es gerne mitnimmt und braucht vor allem auch nur wenig Platz. Es ist superdünn und enthält, wenn man es dann befüllt hat, alle Bücher, die man jeweils lesen möchte.
Ich verwende meinen Kindle sowohl mit Kindle-Büchern, als auch mit PDFs und bin sehr zufrieden. Für derzeit € 139,- ist der Kindle ein tolles Gerät, dass für mich jeden Cent wert ist.
Den Kindle mit WLAN, ohne 3G gibt es für € 139,- hier, den Kindle mit WLAN und 3G gibt es für € 189,- hier.
Eines hätte ich fast noch vergessen: Genau wie in einem gedruckten Buch, so kann man auch in einem Kindle-Buch Notizen hineinschreiben und bestimmte Stellen kommentieren. Diese Kommentare werden ebenfalls repliziert. Kommentiere ich also eine Stelle auf meinem Kindle, so ist diese kommentierte Stelle einige Sekunden später auch in meiner Kindle-Software auf dem Windows-PC verfügbar.
Der Kindle kommt übrigens, anders als das iPad oder iPhone, ohne eine eigene PC-Software. Um Bücher auf den Kindle zu laden, wird dieser einfach an den PC angeschlossen und funktioniert dann wie eine externe Festplatte.
Fazit:
Am Ende habe ich mich für den Kindle entschieden, obwohl ich bereits ein iPad hatte. Das geringe Gewicht, die lange Akkulaufzeit und vor allem die eInk-Technologie waren ausschlaggebend. Im Urlaub konnte ich selbst am Strand bei praller Sonne den Text auf dem Display perfekt lesen und das war für mich das Entscheidende. Das iPad ist unter direkter Sonneneinstrahlung nur eine spiegelnde Fläche, der Kindle ist wie ein gedrucktes Buch.
Meine Bücher
Beim Kauf eines meiner Bücher für den Amazon-Kindle und anschließender Registrierung auf dieser Seite, erhalten Sie auf Anfrage eine druckbare PDF-Version des jeweiligen Buches kostenlos per E-Mail. Sie benötigen also keinen Kindle, um meine Bücher zu genießen!